
Logo von Mozilla Prism
Viele sind wegen des ungezügelten Datenhungers von Facebook & Co besorgt um ihre Privatsphäre, und das sicherlich nicht zu Unrecht. Aber auch die striktesten Einstellungen in Facebook selbst können nicht alle Gefahren bannen, insbesondere wenn Cookies und der Browserverlauf ins Spiel kommen. Diese sind zum Nachvollzug des Surfverhaltens eines Benutzers oder einer Benutzerin äußerst hilfreich, wie diese kleine Seite amüsant demonstriert. Der Private Modus, den ja mittlerweile alle nennenswerten Browser unterstützen, bietet hier schon eine gute Möglichkeit, die Privatsphäre zu schützen. Wer aber – wie ich – eigentlich permanent einen Facebook-Tab im Browser geöffnet hält, müsste folglich permanent im Privaten Modus unterwegs sein. Diese erheblich Einschränkung des Surfverhaltens wird jedoch kaum jemand auf sich nehmen wollen.
Aber Hilfe naht aus Richtung Mozilla. Das kleine Programm Prism aus besagter Softwareschmiede ist im Grunde die Rendering-Engine des Mozilla Firefox – und kaum mehr, der „kleinstmögliche Browser“ sozusagen. Es ist darauf ausgelegt, Webseiten im Stile einer normalen Anwendung nutzbar zu machen, in einem eigenen Fenster und unabhängig vom Browser. Das hat einerseits zur Folge, dass die Webseiten unter Prism wahnsinnig schnell angezeigt werden und auf Nutzerinteraktion reagieren. Andererseits bedeutet es aber auch, dass Prism-Fenster (oder „Webapps“) mit unabhängigen Firefox-Profilen laufen, insbesondere also nicht Browserverlauf und Cookies übernimmt, die anschließend von Facebook ausgelesen bzw. geschrieben werden könnten.
Für Ubuntu-Nutzer ist die Installation denkbar einfach. Per
sudo apt-get install prism-facebook
wird Prism und die zugehörige Facebook-“Webapp“ (im Grunde ist das nur eine Verknüpfung, die Prism mit der entsprechenden Webseite aufruft) installiert und eingerichtet. Aus dem Startmenü lässt sich diese dann starten.
Auch für Windows- und MacOS-Nutzer gibt es eine Version von Prism, die sich hier herunterladen lässt. Die dort ebenfalls zu findende Firefox-Erweiterung ist nicht unbedingt benötigt, ermöglicht aber das Erstellen von Prism-Webapps über Firefox.
Wer nun Facebook als Prism-Webapp anlegen möchte, startet Prism über die Startmenü-Verknüpfung (Linux) oder per Klick auf die ausführbare Datei (z.B. prism.exe in Windows) aus dem Ordner, in den Prism entpackt wurde, um zum nebenstehenden Fenster zu gelangen. Hier am besten „http://www.facebook.com/home.php“ als URL angeben (dann kommt man, sofern man das Passwort speichern lässt, direkt zur Facebook-Hauptseite, nicht erst zur Anmeldung) und eine Verknüpfung, bspw. im Startmenü, anlegen lassen.
Prinzipiell lässt sich so aus jeder Webseite eine „Webapp“ machen, insbesondere existieren zu einigen wie Twitter oder Google Calendar (auch so eine Datenkrake) bereits vorgefertigte in den Ubuntu-Paketquellen. Wer eine Webapp wieder loswerden will, sollte sich einmal unter ~/.webapps bzw. C:\Users\[Benutzername]\AppData\Local\Prism umsehen. Löschen der Verknüpfung nicht vergessen!
Viel Spaß mit dem neuen ständigen Begleiter in der Taskleiste










